06.03.2019 Erstbegehung Lüsener Fernerkogel

06.03.2019 Erstbegehung Lüsener Fernerkogel "Ostwand Couloir" (800m, M4, 55°)
 
Bei fast jeder Skitour in diesem Gebiet schweift der Blick immer wieder zur mächtigen Ostwand des Fernerkogels ab. Geht man darunter vorbei sticht vor allem ein Rinnensystem, das auf ca. 2250m startet und auf dem oberen Teil des Nordgrates endet, ins Auge!
Da es überhaupt nicht schwierig aussah, versuchte ich die Wand vor zwei Wochen schon einmal, alleine und mit den Ski auf dem Rücken. Ich scheiterte schon nach 150m an einem Kamin mit riesigen Schneepilzen.
Beim 2. Versuch sollte es aber klappen, ich hatte meine Bergschuhe dabei, ein 30m Halbseil, ein paar Friends und Keile um mich gegebenfalls selbst über die kurzen Mixedstufen zu sichern. Die Ski deponierte ich dieses mal unterhalb des Einstieges.
Ohne den Skiern auf dem Rücken und dem Wissen, etwas Material dabei zu haben, ging es aber gleich viel leichter und ich konnte alles seilfrei begehen. Die Kletterstufen sind auch nie lange und was in dieser Tour vor allem zählt, ist Kondition und Schnelligkeit.
Da die Wand von der Früh weg Sonne bekommt, gingen ab 10.00 Uhr bereits die ersten nassen Rutscher ab und ich war froh bereits weit oben in der Wand zu sein. Am Nordgrat angekommen, war ich von der Spurerei und der Hitze dann doch schon recht müde und die letzten 250hm zum Gipfel, wenn auch einfach, zogen sich noch ziemlich in die Länge.
Oben angekommen machte ich mich dann gleich an den Abstieg, erstens setzte der Föhn ein und zweitens musste ich 1000hm über die Skitourenabfahrt zu meinen Ski runter stapfen. Viel schneller als gedacht war ich dann wieder am Einstieg angekommen, tauschte Bergschuhe gegen Skischuhe und pünktlich um 12 Uhr, 5 1/2 Stunden nachdem ich startete, war ich wieder unten am Parkplatz.
 
Der Zustieg erfolgt über die normale Skitourenroute, bis man auf 2200 die Einstiegsrinne sieht. Anschließend immer den logischen Weg bis zum Ausstieg am Nordgrat folgen. 
Die Wand sollte nicht unterschätzt werden, die Kletterschwierigkeiten sind sekundär, aber die Wand ist mit 800m doch recht lange und anstrengend. Unbedingt auf eine sehr sichere Schneelage und tiefe Temperaturen achten, ansonsten wird´s gefährlich!