Sagwand Nordwand (Rampe, 800m) mit Simon Messner und Manuel Baumgartner:
 
Nachdem ich mit Simon bereits am Donnerstag in der Wand war, wir aber nur eine Stirnlampe und auch nicht gerade viel Material zum Sichern dabei hatten, ging es am Samstag noch einmal ins Valsertal. Dieses Mal war auch noch Manuel mit und so war die Kletterei auch recht unterhaltsam und man hatte auf den Standplätzen immer etwas zu lachen!
Wie am Donnerstag, stiegen wir wieder relativ direkt und weglos zur Wand hinauf. Vor uns waren bereits zwei Seilschaften am Weg, eine marschierte Richtung "Badlands", die andere war bereits in der Diagonale am Schrammacher.
Die Kletterei startet mit einem kleinen Gully, welcher in einer senkrechten Stufe aus Schnee und Eis endete. Danach querten wir unter dem Nordpfeiler bis zum Mittelpfeiler. Dort hatten wir schon am Donnerstag einen Klemmkeil gelegt, um in die Rampe abzuseilen. Alles ging recht flott und wir waren nun schon höher als die Seilschaft am Schrammacher, welche sich immer noch im Einstiegsschneefeld befand. Wir hatten besten Trittschnee und so spurten wir zügig hinauf bis zum Felsriegel.
Diesen führte Manuel; relativ heikle Mixedkletterei über ausgetrocknete Eisglasuren. Die nächste Länge führte dann Simon. Anschließend kam noch einmal ein kurzer Aufschwung, bis ich wieder mit Spuren an der Reihe war. Unter der Gipfelwand querten wir nach links um über ein Band auf den Gipfelgrat zu gelangen. Der Ausstieg gestaltete sich dann noch einmal spannend, Simon musste sich durch mehr oder weniger haltlosen Schnee auf den Grat wühlen! Oben war es dann doch schon recht kalt und so machten wir uns bald auf die letzten Meter zur Sagwandspitze auf.
Der Abstieg durch die Westflanke ging dann recht flott und so erreichten wir noch bei Tageslicht unsere Autos.
Als wir zu Hause waren, fanden wir im Internet zwei Einträge der anderen Seilschaften auf Facebook, die von sehr schlechten Bedingungen im gesamten Valsertal-Kessel berichteten. Unseres Erachtens waren die Bedingungen relativ gut, perfekte Bedingungen im Zustieg und Abstieg, guter Trittschnee in der Wand. Natürlich waren die Kletterpassagen nicht ganz einfach, aber alles geht eben nicht.
Auf einer großen Plattform von schlechten Bedingungen zu berichten, empfinde ich persönlich als ein sehr heikles und teilweise auch subjektives Thema. Alpinismus ist in gewisser Weise ein Abenteuer und ein wesentlicher Teil davon ist, die Bedingungen und sich selbst richtig einschätzen zu können. Wie schwer man dann wirklich klettert, ist reine Nebensache, viel mehr zählt das Erlebnis! Es ist doch spannend, wenn man die Verhältnisse nicht genau kennt, oder geht es nur darum eine Tour auf der To-Do-List abzuhaken?
Wir durften jedenfalls eine spannende und schöne Tour bei guten Bedingungen genießen!
 

 

Erstbegehung Wechnerwand Nordwand "Plan W" (400m, M5+), 09.11.2018 Martin Sieberer, Philipp Brugger

Zustieg: Vom Speicher Längental ins Mittertal und immer gerade taleinwärts zur Wand (ca. 1.30h)

Die Route folgt den logischen Schwachstellen der Wand, wir haben einige Schlingen, Keile und Haken belassen. 
Zur Absicherung ein Satz Cams von 0,2-2, Keile und eventuell ein paar Haken erfordelich. Grundsätzlich kann recht gut abgesichert werden, jedoch benötigt das brüchige Gelände einiges an Erfahrung. Das Schneefeld im zentralen Wandteil ist steiler als es aussieht, es ist durchsetzt von einigen Mixedaufschwüngen und oftmals sind Platten vom Schnee bedeckt. Der Austieg ist 20 Höhenmeter unterhalb des Gipfels (je nach Bedingungen 4-6h zum Gipfel).

Der Abstieg ist problemlos; man folgt dem Grat bis in die Wechnerscharte (max II) und über eine Rinne gelangt man zurück in das Mittertal (ca 2h vom Gipfel bis zum Speicher Längental).
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