01.09.2016 Bumillerpfeiler Direkt Piz Palü (TD, V+, 70°) mit Philipp Schädler:

Am Dienstag beschlossen Philipp und ich recht kurzfristig in die Schweiz zu fahren um den Bumillerpfeiler am Piz Palü zu klettern. Wir fuhren bereits am Vortag mit der Bahn auf die Diavolezza und verbrachten dort die Nacht im Zelt. Am Donnerstag um kurz vor 6 Uhr starteten wir dann Richtung Bumillerpfeiler. Leider verpassten wir die Abzweigung zum Piz Palü und marschierten erstmal auf den Piz Trovat.. So erreichten wir den Einstieg erst gegen halb 8 und kletterten um ca 8 Uhr los. Da uns der Original Einstieg übers Eis objektiv zu gefährlich war, entschieden wir uns auch den unteren Felsteil zu klettern. Dauert zwar länger und ist schwieriger, jedoch um vieles sicherer.
Der Start in die Erste Seillänge war dann so richtig brüchig und sandig, alles war mehr oder weniger locker, zum Teil auch richtig große Blöcke, was Philipp aber anscheinend nichts ausmachte und er stieg zügig und sicher vor. Im steileren Gelände war der Fels dann Gott sei Dank besser und wir genossen einige schöne Längen bis zum oberen 5. Grad. Nach ca 10 Seillängen (wobei wir recht viel am laufenden Seil geklettert sind) erreichten wir den kurzen Firngrat und somit den schwierigen Teil der Tour. Dort stiegen wir ebenso wie eine andere Seilschaft zu weit nach links in die Wand und landeten in extrem brüchigen nicht absicherbaren Gelände. Nach einer etwas abenteuerlichen Querung landeten wir dann doch irgendwann wieder auf der Route. Dort war der Fels dann eigentlich recht gut und die Kletterei richtig schön! Ganz so einfach ist die Routenfindung aber weiterhin auch nicht und so war die eigentliche Schlüsselstelle der Tour nicht wirklich unsere Schlüsselstelle. Irgendwo im 6. Grat waren wir schon unterwegs. Den Gendarm sind wir dann nicht links umgangen wie beschrieben, sondern direkt überklettert. Anschließend folgten noch ein paar weitere Längen direkt am Grat bis wir den Eisteil erreichten. Der ist aber mittlerweile ziemlich zusammen geschmolzen. Nach einer Seillänge bis ca 75 Grad auf ein paar Meter war dann die Kletterei mehr oder weniger vorbei und es ging einfach Richtung Gipfel den wir nach ca 6h Kletterei erreichten. Der Abstieg über den Normalweg ging recht flott und nach genau 10h waren wir wieder bei der Diavolezza!