21.03.2016 Petit Dru Nordwand via „Allain Leininger“ mit Morgan Baduel:

Ursprünglich wollten wir beide nochmals die Eiger Nordwand machen, hatten aber noch keine Infos einer Begehung. Jedoch erfuhren wir, dass die Petit Dru Nordwand geklettert wurde.

 

So fuhr ich am Sonntag nach Chamonix zu Morgan, um am Montag in der Früh mit der Bahn auf den Grand Montets zu fahren, rüber zur  Dru zu queren und am selben Tag noch die ersten 2/3 der Wand zu klettern und dort zu Biwakieren. War jedoch nicht ganz so einfach wie sich das alles anhört.

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Der Zustieg war recht mühsam, abklettern, 3x abseilien und den spaltigen Gletscher zur Wand queren, dauerte länger als geplant.

So stiegen wir erst gegen Mittag in die Wand ein. Der Bergschrund und die erste Seillänge hatten es gleich in sich, Morgan stieg aber alles sicher vor. Wir merkten jedoch bald, dass wir mit der Schwierigkeitsbewertung vom Topo nicht viel anfangen konnten: Eigentlich handelt es sich bei der Allain um eine reine Felstour im Sommer, ist uns aber aufgrund des extremen Steinschlages zu gefährlich, deshalb klettern wir sie lieber im Winter. Somit hat der Schwierigkeitsgrad auf trockenen Fels nichts mit dem zu tun was wir vor uns haben.

 Nach der ersten Seillänge wird’s kurz nochmal leichter bevor es richtig zur Sache geht. Richtig anspruchsvolle, ausgesetzte und anhaltend schwierige Mixedkletterei. Viele M5 Passagen und zum Teil auch schon M6. Morgan ist ja bereits viele extreme Mixedtouren geklettert, unter anderem vier Routen an der Jorasses Nordwand, Supercouloir am Tacul, Eiger, Droites Solo uvm. Seiner Meinung nach waren die aber alle leichter als die Dru!  2016_03_21_Petit_Dru_NW_3.jpg
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Die schweren längen stieg meistens Morgan vor. Jedoch drängte die Zeit, als wir um ca. 17 Uhr im Lambert Riss waren, wussten wir, dass es mit dem Tageslich knapp wird. Ca 2h vor uns ist nämlich schon eine Seilschaft eingestiegen und die werden dann auf der ersten Plattform biwakieren, also hätten wir noch einige Seillängen bis zur 2. Plattform vor uns gehabt. Und die Kletterei in dieser Schwierigkeit wäre uns in der Dunkelheit zu heikel gewesen.

Die Entscheidung viel uns zwar nicht ganz leicht, war aber sicher vernünftiger wieder abzuseilen. Immerhin sind rostige Hakenstände vorhanden und vor uns hat ebenfalls schon ein Team abgeseilt. Wird also schon gehen…  Um ca 20.00 Uhr als es finster wurde erreichten wir wieder den Wandfuß und machten erstmal eine Pause bevor wir den mühsamen Rückweg zur Grand Montets Bahn angingen. Kurz vor Mitternacht waren wir dann endlich dort und fuhren dann mit den Skiern wieder ins Tal ab.

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2016_03_21_Petit_Dru_NW_6.jpg Eigentlich war es echt ein super Klettertag, natürlich schade, dass wir umkeheren mussten. Aber jetzt wissen wir ja was uns das nächste mal erwartet!