11.05.2015 Eiger Nordwand (Heckmair, 1800m, V+, 80°) mit Daniel Zussner

 

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Eigentlich war die Eiger Nordwand (noch) nie ein Thema für mich, als dann aber Daniel zu mir sagte, dass das schon gehen würde fing ich an, mir Gedanken zu machen. Vorerst sagte ich jedoch ab, da mein Respekt vor dieser gewaltigen Wand zu groß war! Ich war mir sicher, dass wir, selbst wenn wir es schaffen, nicht an einem Tag durchkommen würden und in der Wand biwakieren müssten. Nach ein paar Telefonaten konnte er mich dann aber doch überreden und so ging es am Sonntag auf nach Grindelwald und mit der Jungfraubahn weiter zur Station Eigergletscher, den Ausgangspunkt für die Nordwand Aspiranten. Am Vorabend war ich dann ziemlich nervös und angespannt, aber wer ist das auch nicht wenn er die Eiger Nordwand klettern will?

 2015_05_11_06_Rampeneisfeld
 2015_05_11_001_Eiger

Am Montag um 3 Uhr gings dann los und wir stiegen in die Wand ein. Der untere Teil ist noch relativ einfach, steile Schneefelder wechseln mit kurze Fels/Eis Stufen ab. In der Dunkelheit ist der richtige Weg aber ziemlich schwer zu finden und so verloren wir da gleich mal 2h und machten 150 Höhenmeter umsonst. Kurz vor dem schwierigen Riss seilten wir uns an und um halb Sieben ging es dann richtig zur Sache. Wie besprochen stieg Daniel als besserer und viel erfahrenerer Kletterer alle schwierigen Längen vor und so passierten wir dann auch bald die berühmten Passagen wie Hinterstoisser Quergang, Erstes Eisfeld und Eisschlauch. Das zweite Eisfeld ist ziemlich lang und es war gut zu gehen, deshalb gaben wir dort das Seil weg und querten es zur nächsten schwierigeren Passage der Bügeleisen Rampe. Alles ging recht flott dahin und so erreichten wir bereits um halb elf das Todesbiwak. Weiter gings über das Dritte Eisfeld zur Rampe. Diese erkletterten wir in drei schönen Kombinierten Längen bevor wir vor einer der schwierigsten Stellen der Wand standen, dem Wasserfallkamin. Irgendwie kam Daniel dann auch über diese schwierige Länge drüber und nach einer schönen Eislänge erreichten wir bereits das Rampeneisfeld mit dem brüchigen Band und dem brüchigen Riss. Um ca. 14.00 ging es dann über den Götterquergang rüber in die berühmte Spinne. Der Götterquergang ist zwar nicht schwierig aber so viel Luft hatte ich noch nie unter den Füßen! Mittlerweile war die Wand auch in der Sonne und es kamen ein paar kleine Eisbrocken und Steine runter. Nach der Spinne folgen dann noch die gefürchteten Passagen wie Ausstiegsrisse, Quarzriss und Ausstiegskamine. Daniel ließ sich die Strapazen aber nicht an Kennen und stieg mit der gleichen Sicherheit wie zu Beginn weiter und so erreichten wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich das Gipfeleisfeld. Die Wadeln brennen jetzt so richtig aber alles hat ein Ende und so waren wir bald am Mittellegigrat. Kurz nach 20.00 Uhr standen wir dann überglücklich auf dem Eiger Gipfel und wurden mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt!

Der Abstieg über die Westflanke ging dann recht schnell und um 22.00 Uhr waren wir wieder bei unserem Ausgangspunkt angelangt.

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